Ein wahrer Grund zum Feiern: 150 Jahre Feuerwehr Schnaittenbach

Einen grandiosen Auftakt nahm das Festwochenende anläßlich des 150jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Schnaittenbach mit der Open Air-Veranstaltung auf der Freilichtbühne am Buchberg am Freitagabend.

Ganz bewusst hatten Vorstand und Festausschuss auf ein klassisches Bierzeltfest verzichtet. Stattdessen soll das denkwürdige Jubiläum über das ganze Jahr verteilt mir mehreren Veranstaltungen zusammen mit der Schnaittenbacher Bevölkerung begangen und gefeiert werden. Ziel dieser Überlegungen war, die Freiwillige Feuerwehr als zeitgemäße Rettungsorganisation und kommunale Einrichtung der Stadt Schnaittenbach das ganze Jahr über in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken und damit eine nachhaltige Identifikation zu schaffen. Unter diesem Aspekt sind seit Januar auch schon einige Veranstaltungen über die Bühne gegangen, darunter das Patenbitten, der Ehrungs- und Kommersabend im Vitusheim im März, die Jahreshauptversammlung, das Bockbierfest, die Gründung der Kinderfeuerwehr, das Maifest und kürzlich erst das Johannisfeuer der Jugendfeuerwehr.

Nun ging das eigentliche Festwochenende über die Bühne, an dem das Jubiläum gebührend  gefeiert wurde.

Mit der Band Pam Pam Ida gelang der Feuerwehr ein großer Wurf und das Organisationsteam  der Open Air-Veranstaltung am Buchberg um Max Nagler, Sebastian und Lucas Reindl konnte eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass die Feuerwehr auch diese Art von Veranstaltung beherrscht. Die über die bayerischen Grenzen hinaus bekannte Band bereichert mit ihrem ausgefallenen Verständnis des Genres die Pop-Szene. Hier paarte sich ernsthafte, lyrische Tiefe mit verspielten Arrangements zwischen Synthies, Streichquartett und Bongos. Mit viel Fingerspitzengefühl sang Frontmann Andreas Eckert so charismatisch wie energetisch vom Altwerden, verpassten Chancen und der Flucht ins Freisein. Pam Pam Ida gehört wohl zum Außergewöhnlichsten, was zumindest die bayerische Musiklandschaft derzeit zu bieten hat. Der Auftritt passte ganz wunderbar zum Ambiente der Freilichtbühne am Buchberg und die Band selbst war ebenso angetan von der Location wie die zahlreichen Besucher zwischen sechs und sechsundsechzig. Den optimalen Start in den Abend, der nur von einem kurzen Regenschauer unterbrochen wurde, gestalteten die Support-Bands „Granny is Back“ mit Frontfrau Christina Hösl aus Schnaittenbach sowie Random Systems, beide aus dem Raum Vohenstrauß.

Der Samstagabend gehörte ganz der Pflege und Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Beziehungen der Feuerwehr Schnaittenbach zu den Partnerfeuerwehren aus Haintchen in Hessen, Stolpen in Sachsen und Buchberg in der Schweiz.

Der Festsonntag begann mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Vitus, der von Pfarrer Josef Irlbacher und Pfarrer Stefan Fischer aus Hirschau ökumenisch und sehr feuerwehrbezogen zelebriert und von der Schlecherer Kirchenmusi musikalisch sehr ansprechend gestaltet wurde. Insbesondere die einleitenden Worte von Pfarrer Stefan Fischer hatten es feuerwehrmäßig in sich und erzeugten sicherlich bei dem einen oder anderen Kirchenbesucher einen absoluten Gänsehautmoment. Anschließend ging es im Festzug zum Vitusheim, wo bei bestem Sommerwetter der eigentliche Festakt und anschließend der Festbetrieb stattfanden. Kommandant und Vorsitzender Michael Werner erinnerte in seiner Ansprache an die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung der Feuerwehr bis in die Gegenwart. Weitere Grußworte sprachen der Regierungspräsident der Oberpfalz Walter Jonas, der sich auch in das Goldene Buch der Stadt Schnaittenbach eintrug, Bürgermeister Marcus Eichenmüller, Kreisbrandrat Christof Strobl und die Vertreter der Partnerfeuerwehren aus Buchberg (Schweiz), Haintchen (Hessen) und Stolpen (Sachsen).

Der Nachmittag stand mit einem umfangreichen Kinderprogramm mit fetziger Musik von „Schlawindl“, die mächtig Gas gaben, Kinderschminken, Luftballontieren, Kinderauto-Parcour und einer großen Hüpfburg ganz im Zeichen der Familien und es gab ein reichhaltiges Kuchenbüffett und die üblichen Schmankerl vom Grill.

Das abschließende kulturelle Highlight bestritt der bayerische Influencer Helmut A. Binser mit seinem aktuellen Programm. Mit einem bayerischen Musikkabarett vom Feinsten nahm der Künstler, der erstmals in Schnaittenbach auftrat und selbst seit 25 Jahren Mitglied seiner Heimatfeuerwehr Runding ist, nicht nur das politische Zeitgeschehen, sondern auch die örtlichen Gegebenheiten und Personen ins Visier.