Dienstversammlung mit Neuwahl der Kommandanten

Schnaittenbach. (wfw) Zu einer Dienstversammlung hatte die Stadt alle Feuerwehrdienstleistenden der Feuerwehr Schnaittenbach in das Gerätehaus eingeladen. Aufgrund der noch immer geltenden coronabedingten Einschränkungen fand die Versammlung nicht wie üblich im Unterrichtsraum, sondern in der Fahrzeughalle des Gerätehauses im Schneckengäßchen statt, weil nur so die geforderten Mindestabstände eingehalten werden konnten. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die längst überfällige Neuwahl der Kommandanten.

Bürgermeister Marcus Eichenmüller begrüßte die anwesenden Feuerwehrdienstleistenden und -anwärter sowie Sascha Fritzsche von der Stadtverwaltung, der die Wahl organisatorisch begleitete, ebenso wie die vollständig anwesende Feuerwehrführung auf Kreisebene mit Kreisbrandmeister Fredi Weiß, Kreisbrandinsepktor Martin Schmidt und Kreisbrandmeister Marco Weiß sowie Altbürgermeister Sepp Reindl.  

In seinen einleitenden Worten sagte der Bürgermeister, dass die Feuerwehr zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit und schon alleine deshalb unverzichtbar sei. Aufgrund gestiegener Anforderungen seien Fachwissen und Spezialkenntnisse erforderlich, aber auch eine moderne und dem Stand der Technik angepasste Ausrüstung. Dies sei bei allen vier Schnaittenbacher Feuerwehren der Fall. Lobende und anerkennende Worte fand das Stadtoberhaupt, als es auf das erst kürzlich fertiggestellte örtliche Katastrophenschutzkonzept zu sprechen kam. Kommandant Michael Werner habe hier mit seinem Team ein umfassendes und wegweisendes Werk geschaffen, das hohe Wellen schlage. Aus ganz Bayern kämen mittlerweile Anfragen aus den Gemeindeverwaltungen bezüglich Aufbau, Konzeption und Inhalt dieses für die Gegebenheiten vor Ort maßgeschneiderten Konzepts.

Mit einer beeindruckenden Leistungsbilanz wartete Kommandant Michael Werner in seinem Bericht auf, die sowohl von der Stadt in Person von Bürgermeister Marcus Eichenmüller als auch von der Kreisbrandinspektion vollumfänglich bestätigt und untermauert wurde.

Zu Beginn jedoch blendete der Kommandant auf die Probleme und Widrigkeiten zurück, die seit Beginn der Pandemie starken Einfluss auf nahezu alle Abläufe der Feuerwehr als kommunale Einrichtung ausgeübt hätten. Die Leitung der zur kritischen Infrastruktur gehörenden Feuerwehr musste reagieren und den Dienstbetrieb entsprechend anpassen, wobei die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und die Gesundheit der Mannschaft immer an erster Stelle gestanden habe. Auch aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen waren in der seit nun schon bald 500 Tage andauernden Gefährdungslage keine größeren Ausfälle zu verzeichnen. Für das disziplinierte Verhalten zollte der Kommandant der gesamten aktiven Wehr Dank, Respekt und Anerkennung. Die aktive Wehr sei die ganze Zeit über entsprechend informiert worden und der Übungsbetrieb und die erforderlichen Besprechungen im Führungskreis  wurden weitestgehend auf digitale Medien umgestellt. Besonderen Dank sprach Michael Werner in diesem Zusammenhang dem Gruppenführer Lucas Reindl aus, der die vorbereiteten Beiträge in den digitalen Medien veröffentlichte und die Infos über die eingestellten WhatsApp-Gruppen an die Mannschaft verteilte. In diesem Zusammenhang verwies der Kommandant auch auf den neu geschaffenen Bereich Arbeitssicherheit auf der Homepage, der sowohl die gängigen Richtlinien und Vorgaben für den Feuerwehrdienst als auch interne Sicherheitsanweisungen abbildet.

Weiter dankte der Kommandant seinem bisherigen Stellvertreter Karl Hottner, den Zug- und Gruppenführern sowie den Leitern der Fachbereiche Atemschutz, Maschinisten, Funk und Jugend. Besonderen Dank sprach Michael Werner Altbürgermeister Sepp Reindl aus, der an der Dienstversammlung als aktiver Feuerwehrmann teilnahm. In dem im letzten Jahr zu Ende gegangenen Zeitraum von 18 Jahren seiner Dienstzeit als erster Bürgermeister der Stadt Schnaittenbach habe die Feuerwehr eine stetige positive Entwicklung erfahren, die ohne die Unterstützung der Stadt und des Bauhofs nicht möglich gewesen wäre. Beispielhaft nannte der Kommandant die Umsetzung des Fahrzeugkonzepts seit dem Jahr 2011, das im nächsten Jahr mit der Beschaffung des Mehrzweckfahrzeugs seinen Abschluss finden wird. Eine gebührende Verabschiedung von Altbürgermeister Sepp Reindl im Kreis der vier Feuerwehren wird im Herbst erfolgen, sobald es die Corona-Lage wieder zulässt.

In seinem Einsatzbericht erläuterte Kommandant Michael Werner die Einsatzstatistik für die Jahre 2019 und 2020 sowie für das erste Halbjahr 2021. Waren im Jahr 2019 noch 71 Einsätze abzuarbeiten, so reduzierte sich das Einsatzgeschehen im Jahr 2020 auf 43, zum Teil auch bedingt durch wegen Corona entfallene Veranstaltungen. Im laufenden Jahr bewege sich die Einsatzzahl wieder im langjährigen Durchschnitt. Derzeit leisten bei der Feuerwehr Schnaittenbach 73 Aktive und Jugendliche Dienst, verteilt auf drei Züge und die Jugendgruppe. In den beiden vergangenen Jahren war für Einsätze, Übungen, Unterrichte und Besprechungen ein Zeitaufwand von 4.339 bzw. 2.639 Stunden erforderlich. Für zahlreiche Lehrgänge und Fortbildungen erhielten die Aktiven die entsprechenden Lehrgangsurkunden.

Unter dem Stichwort Dienstjubiläen erhielten Teresa Reindl und Maximilian Nagler Ärmelabzeichen für 10 Jahre aktive Dienstzeit und Michael Ott für 20 Jahre. Das silberne Ehrenkreuz des Freistaats Bayern für 25 Jahre aktive Dienstzeit erhielt Tobias Lautenschlager. Eine inoffizielle Ehrung für 45 Dienstjahre erhielten Karl Hottner, Sepp Reindl und Albin Jack sowie Hans Auer, der zugleich aus dem aktiven Dienst verabschiedet wurde.

Auch einige Beförderungen konnte der Kommandant aussprechen. Wo wurde Stefan Birner zum Feuerwehrmann, Johannes Plößl und Anja Mayerhofer zum Oberfeuerwehrmann/-frau, Peter Großer zum Hauptfeuerwehrmann und Christian Kraus nach bestandenem Gruppenführerlehrgang zum Löschmeister befördert. Die ausgesprochen seltene Beförderung zum Brandmeister widerfuhr Stefan Reindl. Kommandant Michael Werner erläuterte die Feuerwehrlaufbahn des frischgebackenen Brandmeisters, der von 2001 bis 2007 stellvertretender Kommandant war und seit 2011 als Zugführer des ersten Zuges Feuerwehrdienst leistet.

Mit einem kurzen Bericht zur Jugendfeuerwehr und einem Ausblick auf anstehende personelle und organisatorische Veränderungen beendete der Kommandant seinen umfangreichen und professionell präsentierten Bericht.

Anschließend leitete Bürgermeister Marcus Eichenmüller zur Neuwahl der Kommandanten über, bei der er als Wahlleiter von Sepp Reindl und Sascha Fritzsche unterstützt wurde. Nach der Erläuterung der Wahlmodalitäten wurde festgestellt, dass 37 anwesende Feuerwehrdienstleistende wahlberechtigt waren. Einziger Vorschlag für das Amt des ersten Kommandanten war Michael Werner, der mit 30 Ja-Stimmen wiedergewählt wurde. Für das Amt des Stellvertreters wurde Stefan Reindl vorgeschlagen, der mit 35 Ja-Stimmen gewählt wurde. Beide nahmen die Wahl an, Stefan Reindl wollte aber doch darauf hinweisen, dass er als Stellvertreter nur eine Übergangslösung darstellen könne und spätestens bei der nächsten Wahl die nächste Generation gefordert sei.

Zum Ende der harmonisch abgewickelten Dienstversammlung verabschiedete sich der scheidende Kommandantenstellvertreter Karl Hottner von der aktiven Mannschaft und Kreisbrandrat Fredi Weiß übermittelte die Grüße und Wünsche der Kreisbrandinspektion. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Verantwortlichen der Feuerwehr Schnaittenbach für die stetige Unterstützung auf Kreisebene, sei es durch die Stellung von Fahrzeugen, Personal oder Räumlichkeiten im Gerätehaus.